Die wesentliche Grundlage des in unserem Verein betriebenen Jiu Jitsu bildet das traditionelle Judo des Kodokan dem Institut des Judo-Gründers, J. Kano, in Tokyo. Im Gegensatz zum allgemein verbreiteten Judo, das sich meist auf sportliche Ziele, Wettkämpfe und entsprechend modifizierte Techniken beschränkt, wird bei uns viel Wert auf die technischen Prinzipien sowie auch auf Techniken zur Selbstverteidigung gelegt. Sportliche Wettkämpfe werden bei uns nicht verfolgt, dafür genießen die Etikette einen hohen Stellenwert. Wir lernen Würfe, Hebel, Würgen, Schläge und Tritte, erst langsam am kooperativen Partner, dann ganze Abfolgen von der Abwehr des Angriffes bis zum Festlegen des Angreifers (meist) am Boden. Später wenden wir die erlernten Techniken dann beim freien Üben an (jap. Randori), um sie auch am nicht kooperativen Partner zu beherrschen. Eine weitere Übung besteht im Erlernen der Techniken in festgelegten Formen (jap. Kata), die vom Kodokan in Tokyo genau vorgegeben wurden. Das Jiu Jitsu in unserem Verein wird über den Verband World Ju Jitsu Federation/ Deutschland (WJJF-D e. V.) vermittelt.
Jiu/Ju = nachgiebig, flexibel
Jitsu/Jutsu = Kunstfertigkeit, Fähigkeit
Jiu Jitsu ist eine andere Variante der Schreibweise des selben japanischen Schriftzeichens für Jujutsu. Weitere Schreibweisen sind Ju Jitsu, Ju- Jutsu oder Jiu Jutsu. In Deutschland steht die Schreibweise Ju- Jutsu allerdings für ein hier entstandenes System (siehe Ju Jutsu ist). Jiu Jitsu gilt wiederum in Deutschland gemeinhin als die traditionellere Variante einer ursprünglich aus Japan stammenden, zumeist waffenlosen Kampfkunst. In einigen deutschen Verbänden werden aber auch Varianten ganz ohne Bezug zum Ursprungsland als Jiu Jitsu bezeichnet. Da in Japan für diese Kampfkünste die Schreibweise Jujutsu üblich ist, wird diese im weiteren zum besseren Verständnis für original japanische und authentische Kampfkünste verwendet. Jujutsu war ursprünglich immer ein Teil der Ausbildung an mittelalterlichen Kriegsschulen, an denen die Samurai das Kriegshandwerk erlernten. Alle vor 1868 gegründeten Stile und Kriegsschulen werden als Koryu-Bujutsu, also als „alter Stil/ alte Schule der Kriegskünste“ bezeichnet. Um 1868 waren 725 dieser Schulen dokumentiert. Die Schulen bildeten ihre Schüler für den Umgang mit den verschiedensten Waffen aus, vor allem am Bogen (Kyujutsu), verschiedenen Schwertern (Kenjutsu), verschiedenen Stöcken und Stangen (Bojutsu, Jojutsu) und diversen anderen Hieb- und Stichwaffen. Manche Schulen kamen so auf 18 verschiedene (Waffen-) Künste. Die meisten dieser Schulen bildeten die Krieger aber auch im Kampf ohne Waffe aus, was man, je nach Schule Yawara, Kumiuchi, Taijutsu usw., in vielen Fällen aber Jujutsu nannte. Hier lernten die Schüler ihren Gegner zu schlagen, zu treten, zu Boden zu werfen, zu erwürgen oder ihm durch Hebelwirkung die Knochen auszurenken und zu brechen. Nach wie vor existieren in Japan noch einige dieser uralten Schulen, die ihr Wissen aber meist nicht öffentlich, sondern nur Clan-intern oder einem ausgewählten Personenkreis vermitteln. Die Gründer fast aller japanischen Kampfkünste, die nach 1869 entstanden (Gendai-Budo, kurz Budo), entnahmen ihre technischen Grundlagen aus solchen Schulen und nannten ihre Künste dann zB. Judo, Kendo, Aikido, Kyudo, Iaido usw.
ein originales Waffensystem aus Japan zur Selbstverteidigung mit dem Stock. Der Stock als Waffe - in unserer modernen Zeit natürlich völlig antiquiert - ist fast in Vergessenheitgeraten und mitunter durch die vielen wirklich guten Budo- und Selbstverteidigungskünste abgelöst. Aber der "Bewaffnete" hat die größeren Chancen. Schußwaffen und Messer wären hier wohl recht nützlich, aber die Gefahr der nicht wiedergutzumachenden Überreaktionen stellen diese außerhalb aller Überlegungen. Beim Umgang mit dem Stock, der natürlich durch ähnliche Gegenstände ersetzt werden kann, sind es die vielen gymnastischen Formen, die letztlich eine recht zweckmäßige Selbstverteidigung ergeben. Bekannt ist das "Kukishin ryu" mit fast allen asiatischen Waffenarten, während sich das "Bo Jitsu" auf den Umgang mit dem Hanbo oder Jo beschränkt. Übernommen aus dem "Nippon Ko-Budo", Osaka, Japan, als Stockverteidigung der japanischen Polizei, fand es Eingang in das Programm der WJJF-D e. V. Ausschlaggebend waren Besuche bei der japanischen Polizei sowie Besuche durchdiese. Diese Methode läßt, wie das "Jiu Jitsu", neben einigen Vorgaben, freie Entfaltungs- möglichkeiten für jeden, der sich körperlich und geistig mit dieser Disziplin auseinandersetzt.